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  • Mikro-RNAs helfen gegen hohen Cholesterinspiegel

  • Mit der neuen Methode ist der Cholesterin-Spiegel im Blut mehrere Monate stabil.

  • 05.04.2012
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  • Erstmals lassen sich Funktionen von Mikro-RNAs in ausgewachsenen Sugetieren studieren. Mglich ist dies durch eine neue Methode, die der Molekularbiologe Stefan Ameres vom IMBA Institut fr Molekulare Biotechnologie entwickelt hat. Konkrete Anwendung findet die Methode in der Entwicklung einer Therapie gegen erhhtes Cholesterin im Blut.

    Die DNA gilt als Trgerin der Erbinformation. Ihre Gene bestimmen, welche Eiwei-Molekle in der Zelle produziert werden. Wenige wissen aber, dass vermutlich mehr als die Hlfte dieser Protein-kodierenden Gene von kleinen Mikro-Ribonukleinsuren, kurz Mikro-RNAs, gesteuert werden. Sie blockieren die Boten-RNA, die die Information von der DNA zur Eiwei-Produktionssttte transportieren sollte, und verhindern so, dass das betreffende Protein gebildet wird. Durch ihren Einfluss auf die Genregulation spielen Mikro-RNAs eine groe Rolle bei der Entwicklung verschiedener Gewebe und bei der Entstehung diverser Erkrankungen, wie etwa bei Stoffwechselkrankheiten und Krebs. Ihre Funktionen im Sugetier zu studieren war bisher schwierig, da man dazu sehr aufwndig und teuer knock-out Mauslinien zchten musste.

  • Neue Methode ermglicht effiziente Mikro-RNA Forschung

  • Der Molekularbiologe Stefan Ameres, Gruppenleiter am IMBA, hat nun mit Kollegen aus China und den USA eine neue Methode entwickelt, mit der man die Funktionsweise von Mikro-RNAs effizient und systematisch erforschen kann. Damit ist es auch mglich, Funktionen von Mikro-RNAs in bereits ausgewachsenen Sugetieren zu studieren. Das Zchten von knock-out Musen entfllt, die Wissenschaftler kommen rascher zu relevanten Ergebnissen. Bei der neuen Methode werden winzige Nukleotid-Schnipsel ber die Blutbahn in den Krper eingeschleust. Wie ein Lockvogel fangen sie die Mikro-RNAs ab und hindern sie daran, die RNA zu blockieren. Die RNA kann somit ungestrt ihrer Bestimmung nachgehen. Um den Lockvogel an den richtigen Ort im Krper zu bringen, benutzen die Forscher als Transporter erstmals modifizierte Adeno-Viren, hnlich den Erkltungsviren. An die Viren gebunden gelangen die Mikro-RNAs ber die Blutbahn und durch die Zellwand in die Zelle.

  • Entwicklung einer Therapie gegen Hypercholesterinmie

  • Ein spannendes Folgeprojekt ist nun die Entwicklung einer Therapie gegen Hypercholesterinmie, ein zu hoher Cholesterinspiegel im Blut. Dazu wird ein Molekl in die Leber geschleust, das sehr spezifisch die Mikro-RNA hemmt, die an der Regulation des Cholesterinspiegels beteiligt ist. Zwar gibt es bereits einen solchen Mikro-RNABlocker in der klinischen Testung, dieser msste aber von den Patienten alle zwei bis drei Wochen gespritzt werden. In unseren Studien haben meine Kollegen und ich gesehen, dass mit der neuen Methode der Cholesterin-Spiegel im Blut der Muse mehrere Monate stabil war, freut sich Ameres ber die ersten erfolgreichen Ergebnisse.

  • Bibliothek zur systematischen Erforschung aller Mikro-RNA Funktionen

  • Auch die biologischen Mglichkeiten, die sich durch die neue Methode bieten, wollen die Wissenschaftler ausschpfen. Es gibt 267 Mikro-RNAs, die in Mensch und Maus gleich sind. Wir werden eine Anti-Mikro-RNA Bibliothek aufbauen, also eine Sammlung an Mikro-RNA Gegenstcken, mit der jede einzelne dieser Mikro-RNAs gezielt blockiert werden kann, erlutert Ameres die nchsten Schritte. Mchte ein Wissenschaftler dann die Funktion einer spezifischen Mikro-RNA studieren, ist das einfach mglich, indem das passende Gegenstck ber das Transporter-Virus in den Krper geschleust wird.

  • Quelle: IMBA

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