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  • Kritik: Vor dem Ruhestand - Theater in der Josefstadt

  • Alljhrlich hat Rudolf einen besonderen Dienst zu tun.

  • 19.12.2013
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  • Der Gerichtsprsident und ehemalige SS-Offizier Rudolf Hller steht kurz vor Pensionierung. Nach dem Krieg hatte er jahrelang im Untergrund gelebt, versteckt von seinen beiden Schwestern Vera und Clara, doch bald stand seiner erfolgreichen Karriere nichts mehr im Wege. Die Hllers leben zurckgezogen und haben schon lange keine sozialen Kontakte mehr. Es gibt auer ihnen nur, wie in einem Gesprch erwhnt, ein taubstummes und analphabetisches Dienstmdchen namens Olga. Rudolf und Vera sehen sich als letztes Bollwerk des Nationalsozialismus. Einzige Gegenstimme dabei ist Clara, die seit einem Luftangriff im Rollstuhl sitzt und tglich am Familienidyll rttelt, das Vera mhsam aufrecht zu erhalten versucht.

    Alljhrlich hat Rudolf einen besonderen Dienst zu tun: am 7. Oktober wird der Geburtstag seines ehemaligen Vorgesetzten Heinrich Himmler gefeiert - ein Rechenschaftstag.

    An diesem Tag lsst Thomas Bernhard seine "Komdie von deutscher Seele" spielen. In der Verschwrung der Geschwister wechseln Tter- und Opferrollen stndig. Es ist ein ununterbrochener Stellungskrieg in der Verdrngung und Demaskierung von Schuld und Verantwortung. Unter dem Brennglas des Familiengefges seziert Thomas Bernhard dabei gnadenlos die Funktionsweise und perfide Logik des Nationalsozialismus. Es ist wohl das schwierigste und komplizierteste Stck von Bernhard.

    • Regie: Elmar Goerden
    • Bhnenbild: Ulf Stengl, Silvia Merlo
    • Kostme: Lydia Kirchleitner
    • Musikalische Leitung: Matteo Fargion

    • Rudolf Hller, Gerichtsprsident und ehemaliger SS-Offizier: Michael Mendl
    • Vera, seine Schwester: Nicole Heesters
    • Clara, seine Schwester: Sona MacDonald

  • Quelle: MED-Reporter.at / Stefan Franke

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