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  • Grippewelle: rasche, gezielte antivirale Therapie

  • Impfung und antivirale Therapie in sterreich selten gentzt.

  • 28.02.2013
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  • Die Influenza ist eine in ihrer Gefhrlichkeit stark unterschtzte Infektionskrankheit, da sie oft mit banalen grippalen Infekten gleichgesetzt wird, die teilweise auch eine hnliche Symptomatik aufweisen, aber durch vllig andere Viren ausgelst werden. Gefhrlich ist die "echte" Grippe vor allem weil sie innerhalb weniger Tage massenweise auftritt und ihr Verlauf zum Unterschied von grippalen Infekten sehr unberechenbar ist. Allerdings haben Influenzaviren auch einen Vorteil im Vergleich zu den Erregern von grippalen Infekten: man kann sich gegen sie impfen lassen und man kann eine ausgebrochene Influenzainfektion gezielt mit spezifisch wirksamen antiviralen Medikamenten bekmpfen und so die weitere Ausbreitung verhindern. Beide Mglichkeiten werden aber in sterreich trotz klarer Richtlinien auf nationaler 1) und internationaler 2,3) Basis selten gentzt, nmlich von weniger als 10% der betroffenen Bevlkerung bzw. der Grippepatienten. Sie setzen sich so einem zumindest teilweise vermeidbaren Risiko aus, besonders wenn sie an chronische Erkrankungen leiden oder ber 60 Jahre alt sind.

    In anderen Lndern wie z.B. in Japan werden Grippekranke standardmig meist schon in den ersten Stunden nach Auftreten der typischen Symptomatik antiviral behandelt. Den Erfolg dieser breiten und frhen Therapie konnte man whrend der letzten H1N1v Pandemie beobachten: Japan hatte die bei weitem niedrigste Rate an schweren Krankheitsverlufen und Todesfllen aller Lnder weltweit 4)

    Whrend die Differentialdiagnose auerhalb der verlautbarten Grippewelle durchaus Schwierigkeiten bereiten kann, ist die Situation whrend ausgerufener Grippewellen doch wesentlich einfacher. In dieser Zeit ist laut Expertenmeinung eine zustzliche Labordiagnostik nicht notwendig und sinnvoll, da dies nur zu einer unntigen Therapieverzgerung fhren wrde. Bei typischer Symptomatik ist die Diagnose der Influenza mit ausreichend hoher Sicherheit gewhrleistet 3).

  • Abzuwarten lsst die beste Zeit fr eine antivirale Therapie verstreichen

  • Ein weiteres Problem liegt in dem schon angesprochenen rasanten und unberechenbaren Verlauf einer Influenzainfektion. Die Erkrankung verluft in vielen, aber eben nicht allen Fllen selbstlimitierend und ohne grere Komplikationen. Das verleitet viele dazu zunchst einfach im Bett zu bleiben und die nchsten 1-2 Tage abzuwarten. Das ist aber bei einer Influenza eindeutig die falsche Strategie, denn das Influenzavirus richtet seinen maximalen Schaden schon in den ersten Tagen an, whrend der es sich explosionsartig vermehrt. Jede befallene Zelle wird zu einer "Influenzavirenfabrik" umfunktioniert, die massenhaft neue Influenzaviren frei setzt, bis sie zugrunde geht. Der einmal entstandene Gewebeschaden kann auch nicht durch eine sptere Therapie rckgngig gemacht werden und erhht je nach Ausma das Risiko fr Sekundrkomplikationen, die nach einigen Tagen, aber auch erst nach einigen Wochen auftreten knnen. Deshalb ist nach der raschen Diagnose auch eine sofortige antivirale Therapie angezeigt, wenn sie einen optimalen Effekt erzielen soll.

  • Von nationalen und internationalen Fachorganisationen empfohlen: Frhe Therapie bei Risikopatienten!

  • Whrend es fr grippale Infekte mit Erkltungsviren auch infolge der Vielzahl mglicher Erreger (>200 "Erkltungsviren") bis heute keine gezielte antivirale Therapie gibt, ist die Lage bei der Influenzainfektion vllig anders. Hier gibt es seit ber 10 Jahren eine kausale Therapie mit hochspezifisch wirksamen antiviralen Medikamenten, den Neuraminidasehemmern.

    Neuraminidasehemmer blockieren die Vermehrung und Freisetzung von Influenzaviren im Krper, bekmpfen damit die Infektion kausal und knnen somit den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Je spter der Therapiebeginn, desto geringer ist der Nutzen der Therapie und dies gilt fr jede Stunde, die ungentzt verstreicht. Das enge Zeitfenster von maximal 48 Stunden liegt an der speziellen Vermehrungskinetik des Influenzavirus, die eben sehr rasant verluft.

    Um eine optimale Wirkung zu erzielen, muss das Medikament also schnellstmglich nach Auftreten der ersten Symptome verabreicht werden. Eine frhzeitige Therapie kann den Verlauf der Influenzainfektion abschwchen und die Regenerations- bzw. Erholungsphase nach der Infektion deutlich verkrzen. Der wichtigste Nutzen ist aber zweifellos die Reduktion von Akut- und Sptkomplikationen und die Reduktion der bersterblichkeit infolge der Infektion. Dies wurde in zahlreichen internationalen Publikationen, die aus den praktischen Erfahrungen whrend der vergangenen Pandemie entstanden sind aufgezeigt und steht in bereinstimmung mit den aktuellen Empfehlungen aller nationaler und internationaler Fachorganisationen 1, 2), die ausdrckliche eine so frh wie mgliche Therapie bei allen Risikopatienten fr einen schweren Krankheitsverlauf fordern. Das sind vor allem Patienten mit chronischen Erkrankungen und Personen ber 60 Jahre. Aber auch bei Patienten ohne Risikofaktoren kann der Krankheitsverlauf bei Therapie innerhalb von 48 Stunden deutlich gemildert und das Komplikationsrisiko gesenkt werden.

  • Markante Unterschiede zwischen einem grippalen Infekt und einer echten Grippe

  • Markante Unterschiede zwischen einem grippalen Infekt und einer echten Grippe bzw. Influenza 1): siehe Grafik (zum Vergrern bitte anklicken)

    Literatur und Quelle

    1) WHO Guidelines for Pharmacological Management of Pandemic Influenza A(H1N1) 2009 and other Influenza Viruses, Feb 2010 http://www.who.int/csr/resources/publications/swineflu/h1n1_use_antivirals_20090820/en/index.html
    2) Centers for Disease Control and Prevention, MMWR Recommendations and Reports / Vol. 60 / No. 1 January 21, 2011; http://www.cdc.gov/media/haveyouheard/stories/Influenza_antiviral.html; http://www.cdc.gov/flu/professionals/antivirals/index.htm
    3) Consensus Statement "Therapie der Grippe" der sterreichischen Gesellschaft fr Infektionskrankheiten, Supplementum zur sterreichischen rztezeitung Nov. 2010
    4) Sugaya et al., Widespread use of neuraminidase inhibitors in Japan; J Infect Chemother (2011) 17:595-601

  • Quelle: MED-Reporter.at

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